4 Januar 2026

Zur Erinnerung …….

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Der Winter Neunzehnhundertachtundsiebzig /

Neunzehnhundertneunundsiebzig war ein strenger Geselle,

der die Welt in ein eisiges Schweigen hüllte.

Die Schneedecke war dick und unnachgiebig,

der Frost und die Tage schienen endlos kalt.

Die Bäume standen kahl und schwer beladen, ihre Äste

bogen sich unter der Last des gefrorenen Schnees.

Die Luft war zwar klar und scharf,

jeder Atemzug ein kleines Wölkchen,

das in der Stille verschwand. es gab aber auch

eigenartige Schönheiten zu bewundern.

Und die Kinder konnten endlich wieder Rodeln,

bis in die Abendstunden hinein.

Und die Stadt wirkte stiller, viel langsamer,

als ob sie sich zur Ruhe legte und Kraft sammelte

für den kommenden Frühling.

An die Geschichten die Erzählt wurden,

um die Kälte zu vertreiben und die Herzen zu Erwärmen.

Dieser Winter 1978/79 war hart, ja – aber er war auch ein Teil

unserer Geschichte, ein Kapitel voller Stille und dazugehöriger

Ausdauer jedes Bürgers, das uns lehrt,

die kleinen Spuren der  Hoffnung zu sehen,

wenn um uns herum alles gefroren ist.

DS.BS.04.01.2026

 

4 Januar 2026

Die Spur im Morgenweiß

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In der Nacht hatte es leise geschneit.

Kein Wind, kein Laut, nur dieses sanfte Fallen,

die Stadt in Weiß, ohne das jemand es bemerkte.

Als der Morgen kam, öffnete ein alter Mann –

nennen wir ihn Jonas  – vorsichtig sein Stubenfenster.

Ein kühler Duft strömte herein, frisch wie ein

neuer Tagesanfang.

Der Garten lag unter eine glatten

unberührten Schneedecke, als hätte jemand die Zeit

selbst zugedeckt.

Jonas trat hinaus.

Der Schnee knirschte  unter seinen Schritten, ein vertrautes,

fast fröstlichen Geräusch.

Er blieb stehen, lauschte und bemerkte plötzlich

eine einzelne Spur, im Weiß

kleine federleichte Abdrücke, die von seinem

Apfelbaum her stammenten Schneedecke.

Als hätte jemand die Zeit selbst zugedeckt.

Jonas trat hinaus.

“ Ein Besucher, murmelte er, und ein Lachen

huschte über sein Gesicht.

Er folgte der Spur, sie war so zart, dass sie  im

nächsten Sonnenstrahl hätte verschwinden können.

Und doch führte sie ihn zu einen kleinen Rotkelchen

das auf dem Zaumpfahl saß und ihn neugierig ansah.

Jonas blieb stehen.

Das Rotkelchen hüpfte ein stück näher heran,

als wollte es sagen: Ich bin auch noch da,

und du bist nicht allein hier., dass lange

In diesem Moment fühlte Jonas etwas, dass er lange

nicht gespürt hatte: eine stille, warme Verbundenheit.

Der Schnee, der Vogel, der Morgen alles schien

miteinander zu flüstern, dass jeder Tag ein neuer

Anfang sein kann, selbst in tiefsten Winter.

Er hob die Hand zum Gruß.

Das Rotkelchen zwitscherte leise dazu, dann

flog es davon, eine kleine rote Flamme im hellen Weiß.

Jonas sah ihr nach und lächelte:

Manchmal braucht es nur eine Spur im Schnee,

um wieder Hoffnung zu schöpfen.

 

DS.BS. 04.01.2026