1 Februar 2026

Ballade vom wandernden Licht …..

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Im Norden, wo die Winde steh’n,

zieht leise die Zeit durch weiße Land.

Die Berge schweigen, uralt schön, halten

die Nacht in ihrer Hand.

Ein Mann geht still durch Longyearbyen,

wo sein Atem ein flüchtiges Bild malt.

Die Kälte fragt,

ob er besteht,

doch in ihm brennt ein Feuer.

Die Polarnacht legt sich wie Seite,

ein dunkles Blau,was niemand kennt.

        Und über ihm, auf stiller Weide, tanzt Nordlicht

wie ein Firmament.

Ein Fuchs huscht durch die Schattenräume,

ein Rentierhebt den Kopf und ruht.

Die Arktis lebt in alten Träumen,

in Einsamkeit und wilder Glut.

Und wer dort geht,

bei Frost und stille,

der spürt,

wie groß die Welt doch ist.

Wie klein die Sorgen,

laut der Wille,

wenn man dem Wind begegnet,

kühl geküsst.

So wandert er, ein Gast der Weite,

ein Freund der Nacht,

des Lichtes,

der Zeit.

Und trägt im Herzen stets die Stille

von Spitzbergens – Unendlichkeit.

DS.BS.01.02.2026

 

 

 

31 Januar 2026

Der Hund, der den Wind hörte ……..

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Als Denis noch ein kleiner Junge war, glaubte er,

Hunde könnten Dinge hören, die für Menschen

unsichtbar blieben.

Seine Mutter lächelte dann immer und sagte:

“ Vieleicht hören sie nicht mehr –

vieleicht hören sie nur anders.“

Viele Jahre später, längst erwachsen, zog Denis mit

seiner Mutter in ein kleines Haus am Rande der Stadt.

Dort begegnete er ihm : einem großen, grauen Mischling

mit klugen Augen und einem Fell, das aussah, als

hätte  der Wind selbst es zerzaust.

Der Hund trug kein Halsband, aber er trug eine

Ruhe in sich, die Denis sofort berührte.

Der Hund kam nicht näher, aber wich auch nicht zurück.

Er stand einfach da, als würde er sagen: Ich bin hier.

Und du bist es auch.

Das reicht ersteinmal.

Denis setzte sich auf eine Bank, und der Hund

legte sich in respektvollen Abstand ins Gras.

So begann es – ohne Worte, ohne Besitzanspruch,

ohne Versprechen.

Tag für Tag trafen sie sich.

Denis brachte ihm Wasser, und manchmal ein Stück

Wurst und Knochen, manchmal auch

nur seine Gesellschaft.

Der Hund nahm alles an, aber nie gierig.

Er schien zu wissen, dass Freundschaft nicht

im Füttern lag, sondern im Bleiben.

Eines Abends als der Wind durch die Bäume strich,

hob der Hund plötzlich den Kopf.

Seine Ohren stellten sich auf, sein Körper spannte sich,

als lauschte er etwas, das Denis nicht hören konnte.

Dann stand er auf, ging zu Denis, legte ihm die Schnauze

kurz an die Hand – ein  seltener, fast feierlicher Moment –

und lief davon, ohne sich umzudrehen.

Denis sah ihm nach, bis der graue Schatten

im Dunkeln verschwand.

Er kam nie wieder zurück.

Doch manchmal wenn Denis am Rande der Stadt

auf der Bank sitzt und der wind durch die Zweige

fährt, meint er, ein leises Trappeln zu hören.

Kein Geräusch, das man beweisen könnte.

Eher ein Gefühl, eine Erinnerung,

die mit vier Pfoten ging,

aber im Herzen blieb.

Und Denis denkt dann:

Vieleicht hören Hunde wirklich mehr.

Oder vieleicht hören sie nur anders.

Aber sie hören immer das Wesentliche.

DS.BS. 31.01. 2026