„Wellen aus Licht“
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Die Sonne hing wie ein goldener Tropfen
über dem Meer,
als Lena zum ersten mal den warmen Sand
unter ihren Füßen spürte.
Sie war allein an die Ostsee gereist,
um Abstand zu gewinnen –
von der Arbeit,
von ihren Alltag,
von allen,
was sie in den letzten Monaten
müde gemacht hatte.
Doch schon am ersten Abend
änderte sich alles.
Am Strand stand ein kleiner Cocktailwagen,
davor ein Mann mit zerzausten dunklen Haaren
und einem Lächeln,
das aussah,
als hätte es die Sonne persönlich gezeichnet.
Paul,
wie er sich vorstellte,
mischte Drinks,
die aussahen wie flüssige Sonnenuntergänge.
Du siehst aus,
als könntest du etwas süßes gebrauchen,
sagte er und reichte ihr ein Glas,
das nach Mango duftete.
Sie lachte – zum ersten Mal wieder seit Wochen.
In den nächsten Tagen
begegneten sie sich immer wieder:
morgens,
wenn Lena barfuß Muscheln sammelte,
mittags,
wenn Paul seine Pause nutzte,
um ihr die versteckten Buchten zeigte,
abends,
wenn der Himmel in Rosa und Violett brannte.
Und sie gemeinsam im warmen Sand saßen.
Es war leicht mit ihnen,
und Unkompliziert.
Wie eine Briese,
die man nicht kommen sieht
und die trotzdem alles verändert.
Am letzten Abend ihres Urlaubs
standen sie am Wasser.
Die Wellen glitzerten im Mondlicht,
und Paul sah sie an,
als wäre sie selbst ein Stück davon.
Ich weiß,
dass du morgen wieder fährst,
sagte er leise.
Aber ich hoffe,
du nimmst etwas von hier mit.
Und vielleicht – kommst du wieder zurück.
Lens spürte ein Herzschlagen,
als er ihre Hand nahm.
Und zum ersten Mal seit langer Zeit
wusste sie genau,
was sie wollte.
Vielleicht bleibe ich einfach ein bisschen länger.
Die Wellen rauschten zustimmend.
DS.BS. 29.05.2026