16 März 2026

Der Morgen als das Meer zu hörte ………

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Es war nicht kurz nach sechs,

die Luft roch kühl,

 der Himmel hatte diese fahle Farbe,

die nur zwischen Nacht und Tag existiert.

Ich stand allein am Deck,

die Hände um einer Muck Türkiskaffe,

der mehr nach Machine als nach Kaffee schmeckte.

Aber er wärmte meine Seele und das reichte.

Die See war ruhig,

fast zu ruhig.

Kein Wind,

kein Drängen,

nur dieses leise schmatzen der Wellen

am Rumpf des Schiffes.

Ein Geräusch,

das man irgendwann nicht mehr hört –

außer an Tagen,

an denen man es hören muss.

Ich hatte letzte Nacht „Ruderwache.“

Irgendetwas lag quer, ein Gedanke,

der sich nicht sortieren wollte.

Vieleicht war es auch nur Heimweh,

vieleicht Müdigkeit,

vieleicht einfach das Leben am Bord.

Da kam der Alte (Kapitän) – nicht laut,

nicht mit großen Schritten.

Er stellte sich neben mich,

ohne zu fragen,

ohne zu reden.

Nur sein Atem,

der nach Tabak roch.

mischte sich in die Morgenluft.

Nach einer Weile sagte er:

„Manchmal ist das Meer der einzige Ort,

der zuhört,

ohne zu antworten.

Ich nickte dazu.

Mehr war nicht nötig.

Ich stand da,

sah auf der grauen Fläche,

und plötzlich war da dieses Gefühl,

das man nur auf See kennt;

Nicht allein zu sein,

obwohl weit und breit keine Seele zu sehen ist.

Später.

als die Sonne durchbrach und die ersten Möwen auftauten,

war der Gedanke, der mich gequält hatte,

nicht weg – aber er war kleiner geworden.

Ertragbarer.

DS.BS.16.03.2026

 

 

 

15 März 2026

Stiller Aufbruch der Generationen…….

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Die siebziger Jahre war eine Zeit,

in der vieles einfacher war –

und manches auch strenger.

Da zu dieser Zeit

in vielen Haushalten

die Duschen nicht zum Alltag gehörten.

Benutzte man das Spülbecken in der Küche

an denen man sich für den Tag zurechtmachte.

Für meine Freundin und für mich

war das nichts besonderes.

Wir waren jung,

und verliebt.

die Welt um uns herum neugieriger.

An einen frühen Abend

standen wir beide gemeinsam am Waschbecken.

Das Wasser plätscherte,

wir beide lachten etwas zu laut.

Und halfen uns gegenseitig –

beim Waschen unserer Körperteile

es war für uns selbstverständlich,

wir dachten auch nicht darüber nach,

ob sich das gehörte.“

wir taten es einfach.

Da öffnete sich plötzlich die Küchentür.

Und meine zukünftige Schwiegermutter stand im Rahmen,

überrascht,

vieleicht sogar ein wenig erschrocken.

Für einen Moment prallten zwei Welten aufeinander:

ihre von Zurückhaltung und festen Regeln –

und unsere Eistellung dazu,

die sich erst entfaltete,

frei und unbefangen.

Es gab, zwar kein Aufschrei der Schwiegermutter-

nur diesen Blick,

der sagte:

So etwas kannte sie nicht.

Ihre Tochter mit Freund,

nackt in ihrer Küche.

Später klopfte sie aus Sicherheit an die Tür.

Es war kein Drama,

ja –  aber eines das sich von selbst auflöste.

Und am Ende blieb etwas,

das größer war als der Augenblick.

Die Erkenntnis,

das Liebe manchmal mutiger ist

als jede Tradition –

und dass selbst die ältere Generation

sich von ihr berühren lassen können.

DS.BS.15.03.2026