Die Spur im Morgenweiß
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In der Nacht hatte es leise geschneit.
Kein Wind, kein Laut, nur dieses sanfte Fallen,
die Stadt in Weiß, ohne das jemand es bemerkte.
Als der Morgen kam, öffnete ein alter Mann –
nennen wir ihn Jonas – vorsichtig sein Stubenfenster.
Ein kühler Duft strömte herein, frisch wie ein
neuer Tagesanfang.
Der Garten lag unter eine glatten
unberührten Schneedecke, als hätte jemand die Zeit
selbst zugedeckt.
Jonas trat hinaus.
Der Schnee knirschte unter seinen Schritten, ein vertrautes,
fast fröstlichen Geräusch.
Er blieb stehen, lauschte und bemerkte plötzlich
eine einzelne Spur, im Weiß
kleine federleichte Abdrücke, die von seinem
Apfelbaum her stammenten Schneedecke.
Als hätte jemand die Zeit selbst zugedeckt.
Jonas trat hinaus.
“ Ein Besucher, murmelte er, und ein Lachen
huschte über sein Gesicht.
Er folgte der Spur, sie war so zart, dass sie im
nächsten Sonnenstrahl hätte verschwinden können.
Und doch führte sie ihn zu einen kleinen Rotkelchen
das auf dem Zaumpfahl saß und ihn neugierig ansah.
Jonas blieb stehen.
Das Rotkelchen hüpfte ein stück näher heran,
als wollte es sagen: Ich bin auch noch da,
und du bist nicht allein hier., dass lange
In diesem Moment fühlte Jonas etwas, dass er lange
nicht gespürt hatte: eine stille, warme Verbundenheit.
Der Schnee, der Vogel, der Morgen alles schien
miteinander zu flüstern, dass jeder Tag ein neuer
Anfang sein kann, selbst in tiefsten Winter.
Er hob die Hand zum Gruß.
Das Rotkelchen zwitscherte leise dazu, dann
flog es davon, eine kleine rote Flamme im hellen Weiß.
Jonas sah ihr nach und lächelte:
Manchmal braucht es nur eine Spur im Schnee,
um wieder Hoffnung zu schöpfen.
DS.BS. 04.01.2026