“ Die Rostocker Seeluft „
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Meine Zeit damals in Rostock,
roch die Luft nach Salz und nach Schiffen.
Ich war jung, und das Meer war großgenug
für alle Träume.
Die Tage begann früh
im Haus der Hochseefischer
am Holbeinplatz.
Unsere Hände waren im Netzboden und
beim Fischsalzen beschäftigt,
und der Wind erzählte dabei Geschichten,
die man erst später so richtig verstand.
Heute sitze ich hier im Wohnstift,
erzähle davon.
Ganz ruhig,
ganz ohne Eile.
Und meine älteren Damen zwischen fünfundachtzig
und Einhundertjahren hören mir zu,
als würden sie selbst ein Stück Seeluft einatmen.
Manchmal reicht die Erinnerung,
um einen ganzen Nachmittag im Wohnstift
heller zu machen.
DS.BS.19.02.2026