Stiller Aufbruch der Generationen…….
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Die siebziger Jahre war eine Zeit,
in der vieles einfacher war –
und manches auch strenger.
Da zu dieser Zeit
in vielen Haushalten
die Duschen nicht zum Alltag gehörten.
Benutzte man das Spülbecken in der Küche
an denen man sich für den Tag zurechtmachte.
Für meine Freundin und für mich
war das nichts besonderes.
Wir waren jung,
und verliebt.
die Welt um uns herum neugieriger.
An einen frühen Abend
standen wir beide gemeinsam am Waschbecken.
Das Wasser plätscherte,
wir beide lachten etwas zu laut.
Und halfen uns gegenseitig –
beim Waschen unserer Körperteile
es war für uns selbstverständlich,
wir dachten auch nicht darüber nach,
ob sich das gehörte.“
wir taten es einfach.
Da öffnete sich plötzlich die Küchentür.
Und meine zukünftige Schwiegermutter stand im Rahmen,
überrascht,
vieleicht sogar ein wenig erschrocken.
Für einen Moment prallten zwei Welten aufeinander:
ihre von Zurückhaltung und festen Regeln –
und unsere Eistellung dazu,
die sich erst entfaltete,
frei und unbefangen.
Es gab, zwar kein Aufschrei der Schwiegermutter-
nur diesen Blick,
der sagte:
So etwas kannte sie nicht.
Ihre Tochter mit Freund,
nackt in ihrer Küche.
Später klopfte sie aus Sicherheit an die Tür.
Es war kein Drama,
ja – aber eines das sich von selbst auflöste.
Und am Ende blieb etwas,
das größer war als der Augenblick.
Die Erkenntnis,
das Liebe manchmal mutiger ist
als jede Tradition –
und dass selbst die ältere Generation
sich von ihr berühren lassen können.
DS.BS.15.03.2026