Die Buchmesse….
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Die streng geheime Buchmesse – Zutrittsprüfung
Man erzählt sich,
die Leipziger Buchmesse
habe ein geheimes Auswahlverfahren.
Nicht öffentlich,
nicht offiziell – aber jeder,
der schon einmaldraußen stand,
ahnt es.
Am Haupteingang sitzt ein Mann
mit einem Klemmbrett.
Er sieht aus wie jemand,
der schon seit 1987 entscheidet,
wer Literatur machen darf
und wer lieber wieder nach Hause fährt.
“ Name?“ fragt er.
“ Dieter, sage ich.
Er nickte, machte einen Hagen,
als hätte er den Namen schon einmal gehört.
Aber nicht in Zusammenhang mit Literatur.
Dann kommt die erste Prüfung:
Man muss ein Buch hochheben,
ohne dabei intellektuell auszusehen.
Ich scheitere knapp.
Zweite Prüfung:
Man muss so tun,
als kenne man mindestens drei Verlage,
die es garnicht gibt.
Ich erfinde spontan den Verlag für angewandte Stille,“
doch der Prüfer runzelt die Stirn.
“ Denn gibt es wirklich,“
fragte er.
Ich falle erneut durch.
Dritte Prüfung:
Man muss eine Leserbrille tragen,
auch wenn man keine braucht.
Ich habe meine vergessen.
Er schüttelte den Kopf.
“ So wird das nichts.“
Am Ende winkt er mich freundlich weg.
Vieleicht nächstes Jahr,“
sagte er.
Oder übernächstes.
Oder irgend wann,
wenn wir die Regeln ändern.“
Ich gehe ein paar Schritte,
drehe mich um und sehe,
wie er einem Hund mit Schal sofort Zutritt gewährt.
Der Hund wedelt,
als hätte er gerade den Deutschen Buchpreis gewonnen.
Da wusste ich es ist ein besonderer Ort.
Mann muss nur die richtige Spezies sein.
DS.BS.06.03.2026,