3 April 2026

Der Auerhahn …….

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Harzer,

Gentlemann mit eigenem Protokoll.

 

Der Auerhahn ist so etwas

wie der alte Herr –

im Harzwald,

der noch weiß,

wie man sich benimmt.

Ebend ein Gentelmann der alten Schule.

Man sieht ihn selten,

und wenn,

dann nur,

weil er beschlossen hat,

dass der Tag heute würdig genug ist.

Er schreitet nicht,

er stolziert.

Er ruft nicht,

er verkündet.

Und wenn er balzt,

dann so,

als würde er eine Oper eröffnen.

Die Förster sagen,

er sei scheu,

Ich sage:

Er hat einfach hohe Ansprüche.

Der Auerhahn duldet keine Hektik,

keine lauten Stimmen,

keine Selfiesticks.

Wer ihn sehen will,

muss früh aufstehen,

leise sein und ein bisschen Demut mitbringen.

Und selbst dann endscheidet er noch,

ob er sich zeigt oder lieber unsichtbar bleibt

wie ein alterHarzer Zauber.

Vieleicht ist das sein Geheimnis:

Während andere Tiere um Aufmerksamkeit kämpfen,

hat der Auerhahn längst verstanden,

dass wahre Größe darin liegt,

sich rar zu machen.

Ein echter Harzer ebend.

Stolz,

eigen,

mit einem Sinn für Würde,

die man heute nur noch selten findet.

DS.BS. 03.04.2026

 

 

 

2 April 2026

Frühling am alten FKK-Strand …….

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Es war einer der ersten warmen Tage,

an denen die Sonne noch tastend über die Haut strich,

als müsse sie sich erst vergewissern,

ob der Frühling wirklich bleiben darf.

Ich ging den sandigen Pfad hinunter,

dorthin,

wo früher das kleine Holzschild stand:

“ FKK – Bereich.“

Heute ist es verschwunden,

aber der Wind weiß noch,

wo es hingehört.

Damals zu meiner Zeit,

war der Strand ein Ort ohne Titel und ohne Tarnung.

Hier war Weiblein und Männlein so nackt wie die Kinder,

und niemand wunderte sich darüber.

Man ließ die Hüllen fallen und mit ihnen

ein Stück -Alltagsschwere.

Es war Freiheit,

ganz ohne große Worte.

An diesem Fruhlingstag aber war ich allein.

Nur eine Mowe saß auf dem alten Bühnenkopf

und schaute mich an,

als wollte sie sagen.

“ Na alter Freund wieder da?“

Ich setzte mich in den Sand,

zog die Schuhe aus

und ließ die Füße

in die noch kühle Ostsse sinken.

Für einen Moment war alles wieder da:

das Lachen, das unbeschwerte Durcheinander,

die Gespräche,

die nie nach Politik klangen,

sondern nach Sommer und Salz.

Der Strand heute war leer,

aber er trug die Erinnerungen wie ein altes Echo.

Vieleicht ist das der wahre Frühling –

wenn etwasVergangenes noch einmal leise aufblüht,

nur für einen Augenblick,

und man spürt,

dass man es nicht ganz vergessen hat.

DS.BS.02.04.2026