19 Februar 2026

“ Die Rostocker Seeluft „

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Meine Zeit damals in Rostock,

roch die Luft nach Salz und nach Schiffen.

Ich war jung, und das Meer war großgenug

für alle Träume.

Die Tage begann früh

im Haus der Hochseefischer

am Holbeinplatz.

Unsere Hände waren im Netzboden und

beim Fischsalzen beschäftigt,

und der Wind erzählte dabei Geschichten,

die man erst später so richtig verstand.

Heute sitze ich hier im Wohnstift,

erzähle davon.

Ganz ruhig,

ganz ohne Eile.

Und meine älteren Damen zwischen fünfundachtzig

und Einhundertjahren hören mir zu,

als würden sie selbst ein Stück Seeluft einatmen.

Manchmal reicht die Erinnerung,

um einen ganzen Nachmittag im Wohnstift

heller zu machen.

DS.BS.19.02.2026

 

 

17 Februar 2026

„Der Duft von frischen Brot“

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Herr Klein blieb vor der kleinen Küche stehen,

weil ihm ein vertrauter Duft in die Nase stieg.

Frisches Brot – warm,

weich,

eine Hauch von früheren Sonntagen.

Er schloss kurz die Augen und sah seine Mutter

am alten Holztisch stehen

die Hände voller Mehl,

ihr Lächeln still und freundlich.

Ein Bild das nie ganz verschwunden war.

Als er wieder die Augen öffnete,

lag derselbe Duft noch immer in der Luft,

„Manchmal,“

dachte er,

kommt die Erinnerung wie ein guter

Freund vorbei –

ohne anzuklopfen.

DS.BS.17.02.2026