5 April 2026

Der Hase der das Kichern suchte …….

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Im Garten hinter dem Haus

lebte ein junger Hase namens Mucki.

Er war flink,

neugirieg –

und ein bisschen vergesslich.

Dieses Jahr hatte er sich fest vorgenommen,

das perfekte Osterei zu bemalen.

Eines,

das so schön war,

das die Menschen beim Finden leise „Ach wie schön“

sagen würden.

Mucki setzte sich also früh am Morgen hin,

mischte Farben,

tupfte,

pinselte –

und merkte plötzlich;

er hatte vergessen,

warum er das Ei überhauprt bemalen wollte.

Da hoppelte er los und fragte die Amsel.

“ Für die Freunde!“

zwitscherte sie.

„Aber die findest du nicht im Nest,

sondern unterwegs.“

Also hoppelte Mucki weiter.

Er fragte den alten Maulwurf.

Für die Überraschung,“

brummte der.

Aber die entsteht nur,

wenn du selbst überrascht wirst.“

Mucki kratzte sich am Ohr.

Freunde,

Überraschung –

schön und gut.

Aber irgendetwas fehlte.

Er hoppelte weiter,

bis er vor einer Bank stehen blieb,

auf der drei ältere Damen saßen und Karten michten.

Eine von ihnen lachte so hell,

das Mucki die Ohren spitzte.

„Was ist den so lustig?“

fragte er.

„Ach wir Lachen einfach gern,“

sagte die Dame.

“ Manchmal braucht es keinen Grund dazu.

Manchmal reicht ein kleiner Hase,

der neugierig guckt.“

Und da war es wieder: das Kichern,

Warm,

leicht an ansteckend.

Mucki hoppelte zurück,

nahm sein Ei –

und malte darauf ein Muster,

keine Blumen,

keine Punkte.

Er malte ein kleines,

schiefes,

aber erliches Lächeln.

Als später jemand das Ei fand,

hörte Mucki ein leises  Kichern.

Und wusste,

dieses Jahr hatte er alles richtg gemacht.

DS.BS. 05.04.2026

 

 

 

 

2 April 2026

Frühling am alten FKK-Strand …….

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Es war einer der ersten warmen Tage,

an denen die Sonne noch tastend über die Haut strich,

als müsse sie sich erst vergewissern,

ob der Frühling wirklich bleiben darf.

Ich ging den sandigen Pfad hinunter,

dorthin,

wo früher das kleine Holzschild stand:

“ FKK – Bereich.“

Heute ist es verschwunden,

aber der Wind weiß noch,

wo es hingehört.

Damals zu meiner Zeit,

war der Strand ein Ort ohne Titel und ohne Tarnung.

Hier war Weiblein und Männlein so nackt wie die Kinder,

und niemand wunderte sich darüber.

Man ließ die Hüllen fallen und mit ihnen

ein Stück -Alltagsschwere.

Es war Freiheit,

ganz ohne große Worte.

An diesem Fruhlingstag aber war ich allein.

Nur eine Mowe saß auf dem alten Bühnenkopf

und schaute mich an,

als wollte sie sagen.

“ Na alter Freund wieder da?“

Ich setzte mich in den Sand,

zog die Schuhe aus

und ließ die Füße

in die noch kühle Ostsse sinken.

Für einen Moment war alles wieder da:

das Lachen, das unbeschwerte Durcheinander,

die Gespräche,

die nie nach Politik klangen,

sondern nach Sommer und Salz.

Der Strand heute war leer,

aber er trug die Erinnerungen wie ein altes Echo.

Vieleicht ist das der wahre Frühling –

wenn etwasVergangenes noch einmal leise aufblüht,

nur für einen Augenblick,

und man spürt,

dass man es nicht ganz vergessen hat.

DS.BS.02.04.2026