16 März 2026

Der Mann mit dem Knoten in der Tasche…….

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Es war einer diese Tage,

an denen die Nordsee aussah,

als hätte jemand einen grauen Teppich ausgerollt.

Kein Wind,

nur dieses ruhige Atmen des Wassers.

Rolf,

Bootsmann seit dreißig Jahren, stand am Bug der “ Mathilda,“

einem alten Küstenfrachter,

der mehr Geschichten kannte als jeder seine Männer.

In seiner Hosentasche trug Rolf immer ein Stück Tau –

nicht länger als eine Handspanne.

darin ein sauberer Kreuzknoten.

“ Für später,“

sagte er,

wenn jemand danach fragte.

An diesem Morgen stand ein junger Matrose neben ihm,

kaum zwanzig,

frisch am Bord,

die Hände noch weich von Landleben.

Er wirkte verloren,

wie jemand,

der zwar mutig genug war,

aufs Meer zu gehen,

aber nicht wusste,

ob das Meer ihn auch wollte.

Rolf sah ihn an,

dann das Wasser,

dann wieder ihn.

“ Weißt du, warum ich den Knoten immer dabei habe?“

Der junge Matrose schüttelte  den Kopf.

“ Weil er mich daran erinnert,

dass alles hält,

wenn man’s richtig verbindet.

Menschen,

Leinen,

Entscheidungen.

Ein guter Knoten ist kein Trick.“

Er ist ein Versprechen.“

DS.BS.16.03.2026

 

 

 

 

16 März 2026

Der Morgen als das Meer zu hörte ………

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Es war nicht kurz nach sechs,

die Luft roch kühl,

 der Himmel hatte diese fahle Farbe,

die nur zwischen Nacht und Tag existiert.

Ich stand allein am Deck,

die Hände um einer Muck Türkiskaffe,

der mehr nach Machine als nach Kaffee schmeckte.

Aber er wärmte meine Seele und das reichte.

Die See war ruhig,

fast zu ruhig.

Kein Wind,

kein Drängen,

nur dieses leise schmatzen der Wellen

am Rumpf des Schiffes.

Ein Geräusch,

das man irgendwann nicht mehr hört –

außer an Tagen,

an denen man es hören muss.

Ich hatte letzte Nacht „Ruderwache.“

Irgendetwas lag quer, ein Gedanke,

der sich nicht sortieren wollte.

Vieleicht war es auch nur Heimweh,

vieleicht Müdigkeit,

vieleicht einfach das Leben am Bord.

Da kam der Alte (Kapitän) – nicht laut,

nicht mit großen Schritten.

Er stellte sich neben mich,

ohne zu fragen,

ohne zu reden.

Nur sein Atem,

der nach Tabak roch.

mischte sich in die Morgenluft.

Nach einer Weile sagte er:

„Manchmal ist das Meer der einzige Ort,

der zuhört,

ohne zu antworten.

Ich nickte dazu.

Mehr war nicht nötig.

Ich stand da,

sah auf der grauen Fläche,

und plötzlich war da dieses Gefühl,

das man nur auf See kennt;

Nicht allein zu sein,

obwohl weit und breit keine Seele zu sehen ist.

Später.

als die Sonne durchbrach und die ersten Möwen auftauten,

war der Gedanke, der mich gequält hatte,

nicht weg – aber er war kleiner geworden.

Ertragbarer.

DS.BS.16.03.2026