6 März 2026

Die Buchmesse….

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Die streng geheime Buchmesse – Zutrittsprüfung

 

Man erzählt sich,

die Leipziger Buchmesse

habe ein geheimes Auswahlverfahren.

Nicht öffentlich,

nicht offiziell – aber jeder,

der schon einmaldraußen stand,

ahnt es.

Am Haupteingang sitzt ein Mann

mit einem Klemmbrett.

Er sieht aus wie jemand,

der schon seit 1987 entscheidet,

wer Literatur machen darf

und wer lieber wieder nach Hause fährt.

“ Name?“ fragt er.

“ Dieter, sage ich.

Er nickte, machte einen Hagen,

als hätte  er  den Namen schon einmal gehört.

Aber nicht in Zusammenhang mit Literatur.

Dann kommt die erste Prüfung:

Man muss ein Buch hochheben,

ohne dabei intellektuell auszusehen.

Ich scheitere knapp.

Zweite Prüfung:

Man muss so tun,

als kenne man mindestens drei Verlage,

die es garnicht gibt.

Ich erfinde spontan den Verlag für angewandte Stille,“

doch der Prüfer runzelt die Stirn.

“ Denn gibt es wirklich,“

fragte er.

Ich falle erneut durch.

Dritte Prüfung:

Man muss eine Leserbrille tragen,

auch wenn man keine braucht.

Ich habe meine vergessen.

Er schüttelte den Kopf.

“ So wird das nichts.“

Am Ende winkt er mich freundlich weg.

Vieleicht nächstes Jahr,“

sagte er.

Oder übernächstes.

Oder irgend wann,

wenn wir die Regeln ändern.“

Ich gehe ein paar Schritte,

drehe mich um und sehe,

wie er einem Hund mit Schal sofort Zutritt gewährt.

Der Hund wedelt,

als hätte er gerade den Deutschen Buchpreis gewonnen.

Da wusste ich es ist ein besonderer Ort.

Mann muss nur die richtige Spezies sein.

DS.BS.06.03.2026,

 

 

 

4 März 2026

Riskanter Besuch …….

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Im Jahr 1987 lernte ich einen Fernfahrer

welcher Elektromotoren aus dem Werk holte

aus Norwegen kennen

Der zusammen mit seiner polnischen Frau

in Schweden wohnte.

Wir tranken gemeinsam Kaffee

und unterhielten uns

über dieses und jenes

Später tranken wir echten Schottischen Wisky

Es war für mich zwar riskant

da meine damalige Familie

alle Mitglieder in der SED waren

aber ich vertraute meiner ehemaligen Frau

Als ich von meinen kranken Sohn erzählte

der gerade einmal zwei Jahre alt war

und dringend westliche Medikamente brauchte

zögerte Arne nicht: so hieß dieser Mann

Er half uns mit Westmark aus

damit ich im Intershop

diese Medikamente kaufen konnte

die für uns sonst unerreichbar gewesen wären

Für mich war das wie ein Licht der Menschlichkeit

das stärker war als Angst und Kontrolle

durch die Stasi

DS.BS. 04.03.2026