15 Januar 2026

Am Südsee/ BS.

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Manchmal gehe ich einfach los,

ohne Ziel, und lande doch wieder am Südsee.

Der Weg dorthin ist unspektakulär,

aber sobald das Wasser zwischen den Bäumen auftaucht,

wird in mir alles ein bisschen leichter.

Der See liegt da wie ein großer Atemzug,

den jemand für mich mitbringt.

Ich setze mich gern an einen der Tische,

kaufe mir einen Kaffee oder ein Bierchen je nachdem,

wie der Tag sich anfühlt.

Und dann passiert etwas,

das man nicht planen kann:

Der See gehört dazu.

Nicht laut,

nicht feierlich,

einfach still.

Er lässt Erinnerungen aufkommen,

ohne sie zu drängen.

Manchmal denke ich dann an das Meer,

an die Tage,

die mein Sohn und ich,

über ein Jahrzehnt dort erlebt haben.

Er auf  Kreuzfahrtschiffen und ich als Hochseefischer.

Das Rauschen der Wellen,

die Weite des Ozean,

das Salz in der Luft.

Der Südsee hat zwar nichts davon –

und doch erinnert er mich oft daran.

Vieleicht,

weil Erinnerungen keinen Ozean brauchen,

um wach zu bleiben.

Ich sitze da,

schaue über die Wasserfläche.

und merke wie sich etwas in mir sortiert.

Der See sagt nichts,

aber er antwortet trotzdem.

Und wenn ich irgendwann aufstehe und weitergehe,

nehme ich ein kleines Stück Ruhe und Erinnerung mit.

Nicht viel,

aber genug.

DS.BS. 15.01.2026

 

 

 

 

 

 

 

13 Januar 2026

Der Blick aus dem Fenster

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Es war an einem dieser stillen Wintertage,

an den die Stadt in Watte lag.

Ich saß am Fenster,

die Hände noch warm von Handarbeiten,

und beobachtete, wie der Abend

sich über die Dächer legte.

Eigendlich habe ich mich nur ablenken wollen –

doch meine Gedanken

wanderten zum Fenster hin.

Ich lehnte mich zurück,

zog die Decke ein Stück höher und ließ

die Wärme in mich sinken.

Ich war einer dieser Männer,

die man erst  bemerkt,

wenn man sie braucht.

Einer, der mit einem einzigen Blick sagen konnte:

Ich bin da.