31 Januar 2026

Der Hund, der den Wind hörte ……..

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Als Denis noch ein kleiner Junge war, glaubte er,

Hunde könnten Dinge hören, die für Menschen

unsichtbar blieben.

Seine Mutter lächelte dann immer und sagte:

“ Vieleicht hören sie nicht mehr –

vieleicht hören sie nur anders.“

Viele Jahre später, längst erwachsen, zog Denis mit

seiner Mutter in ein kleines Haus am Rande der Stadt.

Dort begegnete er ihm : einem großen, grauen Mischling

mit klugen Augen und einem Fell, das aussah, als

hätte  der Wind selbst es zerzaust.

Der Hund trug kein Halsband, aber er trug eine

Ruhe in sich, die Denis sofort berührte.

Der Hund kam nicht näher, aber wich auch nicht zurück.

Er stand einfach da, als würde er sagen: Ich bin hier.

Und du bist es auch.

Das reicht ersteinmal.

Denis setzte sich auf eine Bank, und der Hund

legte sich in respektvollen Abstand ins Gras.

So begann es – ohne Worte, ohne Besitzanspruch,

ohne Versprechen.

Tag für Tag trafen sie sich.

Denis brachte ihm Wasser, und manchmal ein Stück

Wurst und Knochen, manchmal auch

nur seine Gesellschaft.

Der Hund nahm alles an, aber nie gierig.

Er schien zu wissen, dass Freundschaft nicht

im Füttern lag, sondern im Bleiben.

Eines Abends als der Wind durch die Bäume strich,

hob der Hund plötzlich den Kopf.

Seine Ohren stellten sich auf, sein Körper spannte sich,

als lauschte er etwas, das Denis nicht hören konnte.

Dann stand er auf, ging zu Denis, legte ihm die Schnauze

kurz an die Hand – ein  seltener, fast feierlicher Moment –

und lief davon, ohne sich umzudrehen.

Denis sah ihm nach, bis der graue Schatten

im Dunkeln verschwand.

Er kam nie wieder zurück.

Doch manchmal wenn Denis am Rande der Stadt

auf der Bank sitzt und der wind durch die Zweige

fährt, meint er, ein leises Trappeln zu hören.

Kein Geräusch, das man beweisen könnte.

Eher ein Gefühl, eine Erinnerung,

die mit vier Pfoten ging,

aber im Herzen blieb.

Und Denis denkt dann:

Vieleicht hören Hunde wirklich mehr.

Oder vieleicht hören sie nur anders.

Aber sie hören immer das Wesentliche.

DS.BS. 31.01. 2026

 

24 Januar 2026

Ein Abend zu zweit…….

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Manchmal braucht ein Abend nur zwei Menschen,

die nicht’s mehr zu tun haben als füreinander da zu sein.

Kein Programm, kein glänzender Moment, nur das stille

Einverständnis, das Nähe zueinander reicht.

Vieleicht steht noch eine Tasse Tee da, halbvoll, und der

Tag hängt wie ein Mantel über die Stuhllehne.

Wir lassen ihn einfach hängen.

Er hat genug getragen.

Der Raum wird ruhiger, so wie wir.

Man hört das leichte Knarren der alten Möbel, als würden

sie sich mit uns entspannen.

Und irgendwo im Hintergrund zieht die Müdigkeit ihre Kreise.

Wir reden ein bisschen aber nicht, um etwas zu klären,

sondern um den Abend ein wenig zu  streicheln.

Ein Satz hier ein, ein Lächeln dort, ein Atemzug,

der sich an den anderen lehnt.

Und wenn wir beide schweigen, dann ist es kein Loch,

sondern ein Kissen.

Eines, in das man sinken darf, ohne zu fallen.

Vieleicht rückt eine Hand näher,

vieleicht bleibt sie, wo sie ist.

Beides ist gut.

Denn  der Abend verlangt nichts,

er schenkt nur Ruhe, wenn man sie annimmt.

Und irgendwann  wenn die Nacht ihre sanfte Decke ausbreitet,

merken wir, dass wir angekommen sind –

nicht irgendwo, sondern im Dazwischen, wo zwei

Herzen sich lieben und einfach sein dürfen.

DS.BS. 24.01.2026